Liebe Alle,

an dieser Stelle haben wir, das komplette Team von Ein guter Tag, ein paar Last-Minute-Inspirationen zusammengestellt für die, die von Weihnachten jedes Jahr aufs Neue überrascht werden. Wir dürfen das sagen, da wir selbst dazu gehören, und wissen, wie wunderbar hilfreich solche Tipps sein können. Aber lest selbst:

 

Roman

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Eins im Andern von Monique Schwitter (empfohlen von Sannah)

Die Ich- Erzählerin, Autorin von Beruf, Mutter zweier Kinder und verheiratet, sitzt eines Abends am Schreibtisch, doch statt zu Schreiben googelt sie ihre erste große Liebe. Als sie erfährt, dass dieser sich schon vor fünf Jahren umgebracht hat, ist sie erschüttert. Sie hatte ihn gar nicht vermisst. Sie fragt sich, wo bleibt die Liebe, wenn sie geht und recherchiert weitere ehemalige Beziehungen. So erinnert sie sich im Laufe eines Jahres an die zwölf verflossenen Männer in ihrem Leben, gibt ihnen jeweils den Namen eines Apostels und setzt sich mit ihnen, im übertragenen Sinne zu einem letzten Abendmahl zusammen. Gleichzeitig schaut sie aber auch auf ihr jetziges Leben und verwebt Stück für Stück eins im andern.
In „Eins im Andern“ zeigt die Schauspielerin und Regisseurin Monique Schwitter eine hohe Sensibilität für ihre Figuren. Sie gestaltet die Szenen präzise und füllt sie dennoch mit Atmosphäre und Leben. Dabei verzichtet sie auf Drama und Romantik. Das liest sich sehr gut – schnell, dicht und intensiv. Und entspricht wohl auch dem Gefühl, das man mit Anfang vierzig hat, wenn man, schon leicht entzaubert, noch einmal zurückschaut, um über die nächsten Schritte zu entscheiden.
Eins im Andern von Monique Schwitter, erschienen im Literaturverlag Droschl, 232 Seiten, gebunden, 19 Euro

 

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Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte von Salman Rushdie (empfohlen von Axel)

Im Jahre 1195 verliebte sich Dunja, die Fürstin des Lichts und eine Dschiniri in den Philosophen Ibn Rush und schenkte ihm viele Kinder. Ibn Rush gilt als Gottesfeind, sein Gegenspieler ist der tiefgläubige Philosoph Ghazali. Jahrhunderte später geraten die Geister der beiden in einen so mächtigen Streit, dass die Existenz der Welt auf dem Spiel steht.
Wenn man den Zeitraum des Titels umrechnet kommt man auf 1001 Nacht und genau daraus schöpft Rushdie auch. Ganz im Sinne des magischen Realismus bedient er sich ebenso an dem Genre des Märchens als auch beispielsweise dem des modernen Superhelden. Bunt ist dieses Buch und wild auf seine Art, humorvoll, satirisch, poetisch und natürlich philosophisch. Eine zeitlose Liebesgeschichte, die für den Glauben an die Vernunft steht und eine Parabel ist für den gesellschaftlichen Zustand unserer heutigen Welt.
Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte von Salman Rushdie, erschienen bei C.Bertelsmann, 384 Seiten, gebunden, 19,99 Euro

 

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Für immer ist ganz schön lang von Lynne Schwartz (empfohlen von Claudia)

Caroline und Ivan sind seit 20 Jahren verheiratet. Gemeinsam mit Ihren Töchtern führen beide ein mondänes Leben. Als Ivan eines Morgens nicht vom Joggen zurück nach Hause kommt,stolpert Caroline von einen gedanklichen Szenario in nächste. Aus ihrer anfänglichen Angst, Ivan könnte überfallen worden sein, wird die Idee, er habe sie verlassen. Mit diesem Gedanken entfacht Caroline eine Rückblende auf ihre langjährige, durch Höhen und Tiefen gezeichnete, Beziehung. Klug und unterhaltsam greift der Roman Fragen aus dem täglichen Miteinander auf. Lässt seine Protagonisten im Laufe der Beziehung zweifeln und hoffen, sich lieben und hassen, kapitulieren und kämpfen. Lynne Schwartz schafft bereits vor 35 Jahren mit Ihrem damaligen Debüt-Roman ein eindrucksvolles Plädoyer an die Ehe. Heute neu von Ursula-Maria Mössner übersetzt, ist die Geschichte von ungebrochener Aktualität.
Für immer ist ganz schön lang von Lynne Schwartz, erschienen bei Kein + Aber, 256 Seiten, gebunden, 20 Euro

 

daz4ed (44)Die Freien von Willy Vlautin (empfohlen von Sannah)

Ausgehend von der Figur des Kriegsveteran Leroy Kervin spinnt Willy Vlautin ein Netz aus Menschen die direkt oder indirekt mit Leroy verbunden sind. Diese Menschen sind Teil der unteren amerikanischen Mittelschicht. Freiheit, der amerikanische Wert schlechthin, scheint es für sie nicht zu geben. Gefangen in ihrem Kampf am Existenzminimum, zeigt ihnen dieses so große Land die kalte Schulter.
Willy Vlautin ist Sänger und Songschreiber der Folkrockband Richmond Fontaine und genau das spürt man, wenn man dieses Buch liest: er verwebt die Geschichten seiner Figuren einer Melodie gleich miteinander, indem er den Leser von Figur zu Figur reicht. Voller Empathie für jeden einzelnen Protagonisten, erzählt er ein kleines Stück aus dessen Alltag, bevor er die Person – einem Staffelstab gleich – bei einer Begegnung mit einer anderen verlässt, um sich der hinzugekommenen zu widmen. So entstehen kleine Momentaufnahmen, vermeintlich flüchtige Eindrücke, die dennoch voller Tiefe und Wahrhaftigkeit sind und am Ende einen Eindruck vom großen Ganzen vermitteln – einem Land, dessen Großartigkeit für viele nur noch eine Idee ist.
Die Freien von Willy Vlautin, erschienen im Berlin Verlag, 316 Seiten, gebunden, 22 Euro

 

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Baba Dunjas letzte Liebe von Alina Bronsky (empfohlen von Claudia)

Baba Dunja einst aus einem kleinen Dorf nahe Tschernobyl geflüchtet, kehrt nach vielen Jahren in das – als  verseuchte Sperrzone deklarierte – Tschernowo zurück, um hier ihren Lebensabend zu verbringen. Selbstbestimmt und würdevoll soll der letzte Lebensabschnitt sein, den sie in einer kleinen dörflichen Gemeinschaft mit den alten Gavrilovs, der Melkerin Marja und dem hundertjährigen Sidorow sucht. Baba Dunja hat alles, was sie für ihr selbstgewähltes, bescheidenes Leben braucht: Frisches Gemüse aus dem Garten, Wasser aus dem Brunnen und dann und wann ein bisschen Strom. Das Leben der pragmatischen Baba Dunja nimmt seinen Lauf bis zu dem Tag als ein Fremder ins Dorf kommt, der wenig später tot sein wird.
In bild- und lebhafter Sprache erzählt Alina Bronsky vom einfachen Leben auf dem Land, dass die gefährliche Strahlung, in der die Geschichte stattfindet, fast vergessen lässt. Sie erzählt von einer Frau, die neben ihrer Unabhängigkeit auch ein zu Hause sucht. „Baba Dunjas letzte Liebe“ ist ein fesselndes Buch über Heimat und Zusammenhalt; komisch und zu Tränen rührend zugleich.
Baba Dunjas letzte Liebe von Alina Bronsky, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 153 Seiten, gebunden, 16 Euro

 

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Ein Leben mehr von Jocelyne Soucier (empfohlen von Axel)

Drei alte Männer ziehen sich in die kanadischen Wälder zurück, jeder aus seinen eigenen Beweggründen. Das funktioniert, bis zwei Frauen dazu stoßen. Eine junge Fotografin auf der Suche nach Überlebenden der großen Brände und eine 80 Jahre alte, leicht verwirrte Dame, die von ihrem Neffen aus der Psychiatrie befreit wird.
Ausgehend von vier Perspektiven führt die Autorin die Handlung und die Figuren zusammen um dann aus der Sicht eines allgemeinen Erzählers erst den historischen Hintergrund der Brände und anschließend die Geschichte der kleinen Gemeinschaft zu erzählen. Dabei schafft die Autorin es in mit wenigen Worten weite Räume zu öffnen.
„Ein Leben mehr“ ist ein vielschichtiger Roman über Liebe, Freiheit, dem Überleben in der Natur und ein Stück kanadischer Geschichte.
Ein Leben mehr von Jocelyne Saucier, erschienen bei Insel, 191 Seiten, gebunden, 19,95 Euro

 

 

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Alles Licht das wir nicht sehen von Anthony Doerr (empfohlen von Sannah)

Die blinde Marie-Laure flieht mit ihrem Vater 1944 aus Paris in die Bretagne nach Saint-Malo. Mit im Gepäck, das wahrscheinlich wertvollste Stück aus der Sammlung des naturgeschichtlichen Museums Paris. Auch den Waisenjungen Werner Hausner, auf Grund seiner technischen Begabung Angehöriger einer Spezialeinheit der Wehrmacht, führt der Weg in die Stadt an der Küste. Seine Einheit soll den Feindsender der Resistance aufspüren. Als die Deutschen den Vater von Marie Laure verschleppen, ist nur noch ihr Onkel Etienne da, doch auch der verschwindet, als die Bomber kommen.
In zwei aufeinander zulaufenden Handlungssträngen erzählt Anthony Doerr die Geschichte von Marie Laure und Werner Hausner, ausgehend von 1940 bis 1945. Die Kapitel sind kurz, die Sprache knapp, eindringlich und bildhaft. Das Buch nimmt den Leser von der ersten Seite an mit und lässt ihn nicht mehr los. Ein „Pageturner“ auf sehr gutem sprachlichem Niveau.
Alles Licht das wir nicht sehen von Anthony Doerr, erschienen bei C.H. Beck, 519 Seiten, gebunden, 19,95 Euro

 

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Die Duckworth-Trilogie von Tim Parks (empfohlen von Axel)

Verona in den 1990er Jahren. Morris Duckworth, ein mitteloser Engländer und seine Schülerin, die reiche Erbin Massima Travis betreten die Bildfläche. Es ist nicht in Duckworth Sinne, arm zu bleiben und auf seinem Weg zu Reichtum gehören Mittel wie Erpressung, Entführung, Mord und Totschlag nun einfach dazu. Hingegen seine Schülerin Massima, die bereits alles besitzt, weiß nicht, warum sie Morris nicht auch noch haben können sollte.
Tim Parks ist es mit seiner Duckworth-Trilogie gelungen, sowohl eine lustige, mit britischem Humor gespickte, als auch spannende und unterhaltsame Geschichte zu kreieren, in der der Hauptprotagonist vor nichts zurückschreckt, um an sein Ziel zu kommen.
Seit 1981 lebt Parks als Autor und Übersetzer in der Nähe von Verona. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass seine Kriminalreihe von einem Engländer handelt, der in Italien lebt. Gemein haben beide auch, dass Parks bei seiner Ankunft in Verona eher mittelos war, bevor er sich als Autor mehrerer erfolgreicher Romane etablierte.
Mit dem Erscheinen des dritten und letzten Bandes der Duckworth Trilogie hat es sich der Antje Kunstmann Verlag zur Aufgabe gemacht, alle drei Bände in einem sehr schön gemachten und auf einander abgestimmten Gewand, heraus zu bringen.
Der ehrgeizige Mr. Duckworth, Verlag Antje Kunstmann, 319 Seiten, Klappenbroschur, 16,95 Euro
Mr. Duckworth wird verfolgt, Verlag Antje Kunstmann, 398 Seiten, Klappenbroschur, 16,95 Euro
Mr. Duckworth sammelt den Tod, Verlag Antje Kunstmann, 443 Seiten, Klappenbroschur, 16,95 Euro

 

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Der Vater des Attentäters von Noah Hawley (empfohlen von Sannah)

Auf den Präsidentschaftskandidaten wird ein Attentat verübt. Der Arzt Paul Allen erkennt in dem mutmaßlichen Täter seinen Sohn Daniel aus erster Ehe. Geschockt und voller Schuldgefühle, beginnt er die Vorgänge zu recherchieren und je tiefer er diese durchdringt, desto unwahrscheinlicher erscheint es ihm, dass sein Sohn allein verantwortlich gehandelt hat.
„Der Vater des Attentäters“ ist ein überaus intelligenter, psychologisch dicht erzählter Thriller, ebenso wie ein Familiendrama. Man merkt dem Roman an, dass sein Autor ein erfahrener Film- und Fernsehproduzent und Drehbuchautor ist. Die Geschichte wird aus der Perspektive des Vaters wie auch des Sohnes geschildert. In einer klaren, knappen Sprache schafft Hawley Bilder und Atmosphäre. Der Plot wird rasant und spannend erzählt. Man bekommt schnell das Gefühl, dass kein einziges überflüssiges Wort eingesetzt wird. Stattdessen hinterfragt man jedes Mosaiksteinchen, jede Motivation. Und ist immer wieder verunsichert, hilft die neue Information oder schadet sie?
Der Vater des Attentäters von Noah Hawley, erschienen bei Nagel + Kimche, 395 Seiten, gebunden, 21,90 Euro

 

Das besondere Buch

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S.– Das Schiff des Theseus von J. J. Abrams und Doug Dorst (empfohlen von allen!)

Die Studentin Jen findet in der Universitätsbibliothek den 1949 erschienenen Abenteuerroman „Das Schiff des Theseus“ von V.M. Straka. Das Buch ist voll von Randbemerkungen, die ein Student gemacht hat, der offensichtlich auf der Suche nach der wahren Identität des Autors ist. Jen ist neugierig und schreibt selbst etwas in das Buch. So entspinnt sich über das Buch ein Dialog zwischen ihr und Eric. Bald ist Jen mitten drin, auf der Suche nach dem wahren Autor des Buches. Doch der Autor scheint um keinen Preis gefunden werden zu wollen und je näher ihm die beiden kommen, desto gefährlicher wird es für sie.
„S. – Das Schiff des Theseus“ ist die Buchsensation dieses Jahres. Raffiniert, einfallsreich, kreativ, ein Abenteuer – inhaltlich ebenso wie aus Herstellersicht, denn es ist ein Buch im Buch. Da wird ein Buch geschrieben, um wiederum um dieses Buch herum eine weitere Geschichte zu erzählen. Diese Geschichte ist ein Dialog, geführt am Rande von Buchseiten, auf Postkarten, Schmierzetteln und ähnlichem, die in das Buch eingefügt worden sind. Die Teile des Buches werden, das eben eigentlich nur für diese Geschichte geschrieben worden ist.

Wie liest man das? Am besten liest man als erstes das eigentliche Buch, den Abenteuerroman und versucht, die Randbemerkungen zu übersehen. So wird man selbst Teil der Schnitzeljagd, schafft die Grundlage, um mit zu rätseln. Wenn man sich dann auf den Dialog der Studenten einlässt, ist besonders wichtig, dass man die Reihenfolge einhält, dass die kleinen Beigaben genau an der Stelle gelesen werden an der sie stecken, da sie sowohl einem linearen Ablauf folgen als auch einer inhaltlichen Zuordnung.
Jenseits dieses komplexen Aufbaus und der bibliophilen Freude, die „S. – Das Schiff des Theseus“ mit sich bringt, ist es aber tatsächlich ein gutes Buch. Der Abenteuerroman, der im Zentrum all dessen steht, ist mehr als lesenswert, zieht einen sprachlich und atmosphärisch schnell in seinen Bann. Umso vergnüglicher sich dann mit den Studenten zusammen auf die Suche zu machen.
S.- Das Schiff des Theseus von J. J. Abrams und Doug Dorst, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 544 Seiten, gebunden im Schuber, 45 Euro

 

Graphic Novel

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Die alten Knacker: Die übrig bleiben von Wilfrid Lupano und Paul Cauuet (empfohlen von Axel)

Drei alte Knacker, schon Freunde seit Kindheitstagen, Alt-68er und nach wie vor renitent, treffen sich auf der Beerdigung von Lucette, Antoines Ehefrau. Nachdem Antoine durch einen Brief von Lucette erfährt, dass diese eine kurze Affäre mit seinem ehemaligen Chef hatte, steigt er wutentbrannt ins Auto, um in die Toskana zu fahren und dort Rache zu üben. Um Schlimmeres zu verhindern, schnappen sich seine beiden Freunde Antoines hochschwangere Enkelin Janine und fahren ihm nach. Dies ist der Beginn eines amüsanten Roadtrips quer durch Frankreich und Italien.
In farbigen, ausdrucksstarken Bildern und durch Rückblenden vertiefen Lupano und Cauuet das Leben der drei alten Knacker und spiegeln dadurch, durchaus amüsant, die gesellschaftlichen Veränderungen, den Generationenkonflikt und das Leben der Alten. Dies ist der Auftakt zu einer mehrbändigen Reihe. Der zweite Band Die alten Knacker: Bonnie und Pierrot ist bereits im November erschienen, der dritte Teil Die alten Knacker: Der, der geht erscheint im nächsten Jahr.
Die alten Knacker: Die übrig bleiben von Wilfrid Lupano Paul Cauuet, erschienen bei Splitter, 55 Seiten, gebunden, 14,80 Euro

 

daz4ed (43)Aufzeichnungen aus Jerusalem von Guy Delisle (empfohlen von Sannah)

Der Kanadier Guy Delisle geht 2007 mit seiner für „Ärzte ohne Grenzen“ arbeitenden Frau und seinen zwei Kindern für ein Jahr nach Jerusalem. Dort lebt er den Alltag eines Hausmannes und Autoren auf der Suche nach einem neuen Projekt.
Guy Delisle erzählt in seiner unaufgeregten, unparteiischen Art und mit viel feinem Humor vom Alltag in einer Stadt, die, bedingt durch die historische und politische Lage, mit so mancher Absurdität aufwarten kann. Er nimmt den Leser mit an die verschiedensten Orte, zeigt, wie es ist, sich in diesem Land „frei“ zu bewegen, erklärt Zusammenhänge und beleuchtet das Zusammenleben von Israelis und Palästinensern aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln.  Dadurch hat man das Gefühl einen umfassenden und dennoch sehr persönlichen Eindruck jenseits der üblichen Pressebilder zu bekommen. Dieses Buch erweitert auf jeden Fall den Horizont, ist aber bei aller Ernsthaftigkeit dennoch unterhaltsam zu lesen. Durch die schlichte schwarz-weiß-graue Bildsprache vertieft sich so mancher Eindruck über den Text hinaus, jedoch ohne zu dramatisieren, wie es beispielsweise bei Fotos schnell passiert. Ausgezeichnet 2012 mit dem Prix de meilleur des Internationales Comicfestival von Angoulême, des größten und bedeutendsten europäischen Comicfestivals.
Aufzeichnungen aus Jerusalem von Guy Delisle, erschienen bei Reprodukt, 336 Seiten, Klappenbroschur, 29 Euro

 

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Kinderland von mawil (empfohlen von Claudia)

Sommer 1989, Ostberlin: Mirco Watzke, von seiner Schwester -mehr oder weniger- liebevoll Mürgo genannt, geht in die Klasse 7a der Erweiterten Oberschule Tamara Bunke in Berlin. Er freundet sich mit Torsten Maslowski an. Beide könnten unterschiedlicher kaum sein: Mirco geht gern zu Pioniernachmittagen und zum Musikunterricht. Sein neuer Freund Torsten hingegen, findet die Freuden des Lebens eher außerhalb des Schulgeländes. Aber beide verbindet eine Leidenschaft: Tischtennis! Zum anstehenden Pioniergeburtstag ist ein Ping-Pong-Tunier geplant, an dem beide teilnehmen wollen. Doch ausgerechnet am Tag des Wettkampfs öffnet sich die Grenze nach Westberlin…
Die Geschichte des Mirco Watzke und die lebhaften, detailgetreuen Bilder in Mawils Kinderland katapultieren den ostdeutschen Leser sogleich in die eigene Kindheit zurück. Aber Kinderland ist alles andere als pure  Ostalgie: Es ist zeigt ein Stück Zeitgeschichte, das unbedingt gelesen werden sollten – von allen Deutschen.
Kinderland von  mawil, erschienen bei Reprodukt, 291 Seiten, Klappenbroschur, 29 Euro

 

Sachbuch

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H wie Habicht von Helen Mcdonald (empfohlen von Sannah)

Schon als Kind will Helen Mcdonald Falknerin werden und lernt unterstützt durch den Vater alles, was sie wissen muss. Nach dem Tod des Vaters wird es zur fixen Idee, einen Habicht, den wildesten aller Greifvögel zu zähmen und so schafft sich die Autorin das Habichtweibchen Mable an.
Dieses Buch ist viel mehr als ein Sachbuch. Es ist Biografie, Trauerbewältigung, Liebeserklärung – an die Natur, an die Freude, etwas mit ganzem Herzen zu wollen und sich der Aufgabe zu stellen. Die Sprache wandelt von knapp und sachlich bis hin zu poetisch, anschaulich, je nachdem, womit sich der Text gerade beschäftigt. Wunderbare Naturbeschreibung, klare Sachinformationen zum Thema Greifvögel, aber auch ehrliche, nicht beschönigende emotionale Eindrücke lassen „H wie Habicht“ zu einem beeindruckenden und darüber hinaus äußerst spannenden Buch werden, das man so sicher noch nicht gelesen hat.
H wie Habicht von Helen Mcdonald, erschienen im Allegria Verlag, 411 Seiten, gebunden, 20 Euro

 

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Botanik für Gärtner von Geoff Hodge (empfohlen von Sannah)

Aus der Wissenschaft der Botanik heraus leitet der Brite Geoff Hodge Praxiswissen für den Gärtner ab. Das betrifft zum Beispiel Bereiche des Wachstums, der Fortpflanzung, des Beschnitts, Krankheiten, etc. Darüber hinaus porträtiert er die wichtigsten Botaniker und ihre Erkenntnisse.
Dieses Buch ist eine Perle für jeden, der gern gärtnert und sich mit Pflanzen umgibt. Geoff Hodge, ein äußerst umtriebiger Gartenexperte, der für Radio und Fernsehen arbeitet, Vorträge hält und Bücher zum Thema schreibt, lebt hier seine Leidenschaft aus. Die Informationen sind sowohl interessant als auch gut verständlich aufbereitet. Seine Art zu schreiben drückt seine ganze Begeisterung aus. Das führt dazu, dass die Texte nicht nur informativ sondern auch unterhaltsam und kurzweilig sind. Dabei leitet er gut verständlich die Praxis des Gärtnerns aus der Theorie der Botanik ab.
Die Machart des Buches selbst ist von großer Sorgfalt gekennzeichnet. Die leicht „vergilbten“ Seiten, die fantastischen, technischen Illustrationen von Sarah Skeate, die, teilweise auch farbige Aufteilung der Texte und Grafiken und die Wahl der Typografie imitiert die früheren, mit großer Sorgfalt verfassten und gedruckten Fachbücher der Botanik.  Hier hat der DuMont Verlag ein echtes Kleinod für Gärtner und Pflanzenfreunde aufgelegt – inhaltlich, wie auch gestalterisch.
Botanik für Gärtner von Geoff Hodge, erschienen im DuMont Verlag, 224 Seiten, gebunden, 29,99 Euro

 

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100 Gramm Wodka von Fredy Gareis (empfohlen von Claudia)

Mit seinem Buch begibt sich der gebürtige Kasache Fredy Gareis auf eine Spurensuche in Russland – es wird ein Roadtrip durch das moderne Russland. Drei Monate reist er mit einem alten Militärjeep, mit dem Zug und per Anhalter quer durch das Land seiner Mutter. Immer auch auf den Spuren seiner Familie, um das Puzzle seiner eigenen Geschichte zusammenzusetzen. Auf der Suche nach Antworten auf wichtige Fragen wie es zum Beispiel dazu kam, dass seine Mutter den Geburtsort »Soda-Kombinat« im Pass trägt, lernt er auch die Gastfreundschaft der Russen kennen, übersteht zügellose Wodkaexzesse und versucht nebenher die Ansichten der Menschen im Land von Putin zu ergründen.
Fredy Gareis nimmt den Leser mit auf eine ganz persönliche Suche nach seinen deutsch-russischen Wurzeln – diese Reise ist manchmal berührend, wenn es um die Vergangenheit geht, manchmal irrwitzig, wenn es um kauzige Eigenarten der Einheimischen geht. Immer aber, durch Fredy Gareis‘ humorvolle Art zu schreiben, eine wunderbares Lesevergnügen.
100 Gramm Wodka von Fredy Gareis, erschienen im Malik Verlag, 252 Seiten, Klappenbroschur, 14,99 Euro

 

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Heute koch ich, morgen brat ich von Stevan Paul (empfohlen von Claudia)

Gemeinsam mit Daniela Haug verwirklicht der Koch und Foodstylist Stevan Paul nach „Auf die Hand“ mit  „Heute koch ich, morgen brat ich“ ein zweites Buch. Wie der Titel verrät, wird es märchenhaft, sobald man den prächtigen Leineneinband aufschlägt: Acht Märchen interpretiert Stevan Paul neu, unterstrichen durch die atmosphärischen Bilder der Fotografin. Dabei bleibt er dicht am Original, und leitet mit jedem Märchen ein neues Kapitel ein. So repräsentiert Aschenputtel beispielsweise die „Einfache Küche“, hinter der sich Rezepte wie Kürbissuppe oder Milchreis verbergen.  Rapunzel steht für „Verführerische Sünden“ wie Nudeln mit Estragon-Butterforelle und Orangenrahm oder im Kapitel „Rotkäppchen“  sind leckere Rezeptideen für unterwegs. Inspirieren ließ sich der Koch von den Gebrüder Grimm und ihren Erzählungen, um die er eine kulinarische Märchenwelt voller Poesie zauberte. Bei der Auswahl seiner Rezepte, legt er großen Wert darauf, dass alle Zutaten gut erhältlich oder bereits in der Küche vorhanden sind. Die sorgfältigen Formulierungen der Rezepte machen das Nachkochen einfach und garantieren auch bei ungeübten Küchenhelfern Erfolge.
Heute koch ich, morgen brat ich von Stevan Paul, erschienen im Hoelcker Verlag, 208 Seiten, gebunden, 29,90 Euro

 

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Das Zeitsparbuch von Klaus Beyer, Helmut Gold (empfohlen von Axel)

Dieses Buch ist kein Ratgeber. Es geht nicht darum, wie man Zeit einsparen kann. Dass das nicht geht, lehrte uns schon Michael Ende mit seinem Buch „Momo“. Stattdessen bietet es Denkanstöße und Reflektionen im Umgang mit dem Rohstoff Zeit. Im hinteren Teil befindet sich ein immerwährender Kalender, der jeder Zeit begonnen werden kann. Außerdem findet man Essays und Zitate rund ums Thema und einen monatlichen Stressometer zur Selbstreflektion. Die Zeichen der Texte sind genau abgezählt und man wird aufgefordert, die exakte Lesezeit, die man benötigte, einzutragen.
Der Verlag Hermann Schmidt hat mit der Gestaltung des Buches dem Thema ein wunderbares Kleid verpasst: von außen grobes Leinen mit Prägung, von innen typografisch und illustrativ außergewöhnlich gestaltet, wie man es von diesem feinen und kleinen Verlag gewohnt ist. Ein wunderbares Geschenk für Gestresste.
Das Zeitsparbuch vom Klaus Beyrer und Helmut Gold, erschienen im Verlag Hermann Schmidt, 229 Seiten, gebunden, 24,80 Euro

 

Kinder- und Jugendbuch

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Beste Freunde von Linda Sarah und Benji Davies (empfohlen von Claudia)

Ben und Eddy. Zwei Jungen. Zwei Pappkartons. Und ganz viel Abenteuer. Sie können alles sein: Könige und Ritter, Piraten oder Astronauten. Vor allem sind beide aber unzertrennlich – beste Freunde. Bis an einem Tag ein dritter Junge dazu stößt. Können auch drei Abenteurer eine tolles Team sein?
Wie es sich anfühlt, von Eifersucht übermannt zu werden und von der Erfahrung, dass neue Freunde auch eine Bereicherung sein können, davon erzählen die Kinderbuchautorin Linda Sarah und der Illustrator Benji Davies in ihrem Bilderbuch Beste Freunde. Unaufgeregt erzählen sie die Geschichte von Ben, Eddy und Sam in wenigen Worten und in ausdrucksstarken, kindgerechten Bildern. Einfühlsam und kitschfrei thematisieren sie das komische Gefühl der Eifersucht und das traurige, der Ausgrenzung: Gefühle, die schon die Kleinsten überwältigen. Beste Freunde ist nicht nur ein tolles Bilderbuch für kleine Kinder, auch Eltern, werden dieses Kinderbuch wie einen Erinnerungsschatz an ihre eigenen Kindertage in den Händen halten.
Beste Freunde von Linda Sarah, Benji Davis, erschienen im ALADIN Verlag, 32 Seiten, gebunden, 12,90 Euro (ab 4)

 

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Kaspar, Opa und der Monsterhecht von Mikael Engström (empfohlen von Claudia)

Der sieben jährige Kaspar lebt bei seinem Großvater in dem kleinen schwedischen Dalarna. Wenn die beiden nicht Holzpferdchen zu schnitzen, trifft man sie beim illegalen Angeln auf dem See. Der Zufall will es, dass gerade als Großvaters Bootsmotor kaputt geht, eine Zeitung einen Angelwettbewerb ausruft, deren sensationeller Preis ein eben Solcher ist. Bekommen soll den neuen Bootsmotor derjenige, der den größten Hecht an Land zieht. Als sich Kaspars Opa durch einen anderen Dorfbewohner besiegt sieht, beschließt er beim Wettkampf zu betrügen.
Neben allem schwedischen Idyll geht es in Mikael Engströms Buch ums Ehrlich sein. Es geht um Moral und Gewissen. Es geht darum, ob schummeln manchmal erlaubt ist, und ob sich alles so einfach in Gut und Böse einteilen lässt. Engströms „Kaspar, Opa und der Monsterhecht“ behandelt wichtige Kinderfragen mit großem Ernst, getragen von schöner Poesie und feinem, nuancierten Humor. Absolut lesenswert für Kinder ab 8 Jahren.
Kaspar, Opa und der Monsterhecht von Mikael Engström, erschienen bei dtv, 187 Seiten, gebunden, 10,95 Euro (ab 8)

 

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Elke von Christian Duda (empfohlen von Claudia)

Das Blech war schon über ihm, da schrie er:»Pass doch auf!«
Elke erschrak und machte:»Oh.«
»He,siehst du mich nicht?«
»Nein,ich hör dich nur.«
»Aber ich steh direkt vor dir!«
Elke nahm das Blech vorsichtig beiseite. »Ach, da ist ja ein Kind!«
»Was machst du da?«
»Ich bringe Kuchen ins Café.«
»Was für Kuchen?«
»Russischen Zupfkuchen.«
»Hat der Zitronenglasur?«
»Nö.«
»Schmeckt der?«
»Klar.«
»Krieg ich ein Stück?«
Elke musste nicht zweimal überlegen:»Klar.«
»Danke. Wie heißt du?«
»Elke. Und wie heißt du?«
»Kasimir.«
Damit war alles besprochen. Gemeinsam gingen sie ins Café.

Hier beginnt die Geschichte. Mitten in Berlin, in einer Straße, die zwar erfunden, die es aber so in jeder größeren Stadt geben könnte. Der 5jährige Kasimir und Elke landen nach ihrer Begegnung in Uwes Café, für das Elke jeden Tag einen Kuchen backt. Anfangs immer den gleichen: Russischen Zupfkuchen. Mit neuen Kuchenrezepten kommt auch die Veränderung…
Christian Duda schenkt uns einen Blick in den Alltag seiner alles andere als perfekten Protagonisten: Da ist Elke, schwer übergewichtig. Dann Kasimir: Mutterlos, sein Vater somit alleinerziehend. Café-Besitzer Uwe kämpft ums wirtschaftliche Überleben; und alle sind auf ihre Weise einsam. Mit der Freundschaft zwischen Elke und Kasimir wächst nicht nur die Anzahl der Gäste des Cafés, sondern auch ein soziales Gemeinschaftsgefühl. Im Klappentext steht der tragende Satz: Elke sorgt sich um alle, nur um sich selbst nicht. Am Ende ist Elke nicht mehr da, aber die zwischenmenschliche Wärme bleibt.
Christian Duda hat mit Elke ein Buch über das Aufeinander zugehen geschrieben. Es ist ein Buch über Freundschaft und Toleranz. Elke ist eine außergewöhnliche Erzählung, die auf den ersten Blick einfach scheint, aber zwischen den Zeilen tief ins Herz des Lesers trifft.
Elke von Christian Duda, 160 Seiten, gebunden, 12,95 Euro (ab 6)

 

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Evolution von Jan Paul Schutten (empfohlen von Axel)

In elf Teilen nähert sich der Niederländer Jan Paul Schutten den großen und kleinen Fragen nach der Entstehung des Lebens. Wie alt ist die Erde? Was ist DNA? Was ist Evolution? In direkter Ansprache nimmt er den jungen Leser an die Hand und erklärt in gut verständlichen Worten und mit viel Humor, warum die Dinge sind wie sie sind und wie weit der Stand der Wissenschaft ist, bzw. was dies für uns bedeutet. Die Texte sind frei von komplizierter Fachterminologie und kurzweilig aufbereitet. „Evolution“ ist sicher kein Lehrbuch, doch verbunden mit den comichaften Zeichnungen der Illustratorin Floor Rieder ist es hervorragend dafür geeignet, das Interesse an einem oft als trocken empfundenen Stoff zu wecken. Und für den bibliophilen Menschen ist dieses Buch allein schon durch die Gestaltung eine Bereicherung für die Sammlung.
„Evolution“ wurde ausgezeichnet als bestes Jugendbuch 2013 in den Niederlanden und mit der goldenen Tulpe 2014 für das beste Sachbuch des Vorjahres.
Evolution von Jan Paul Schutten, erschienen bei Gerstenberg, 159 Seiten, gebunden, 24,95 Euro (ab 8)

 

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Das Museum der Tiere von Katie Scott und Jenny Broom (empfohlen von Claudia)

Hereinspaziert! Der Eintritt ist frei! Willkommen im Museum der Tiere. Der gleichnamige Titel beherbergt mehr als 200 Tierarten, die in sorgfältig gezeichneten Abbildungen gezeigt und in kurzen Begleittexten erklärt werden. Der Stammbaum des Lebens eröffnet den Museumsrundgang auf einer Doppelseite  – hier verästelt sich das Leben von seinem Ursprung bis in die Gegenwart. Der Leser „geht“ von Saal zu Saal und begegnet auf über 100 Seiten verschiedene Tieren, unterteilt in Wirbellose, Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Nähert sich das Ende der Besichtigung, möchte man sofort wieder von vorne beginnen. Es gibt viel zu entdecken in diesem opulent gestalteten Sachbuch, dessen Ästhetik an die kunstgeschichtliche Epoche des Jugendstils erinnert. „Das Museum der Tiere“ ist aber eben wegen der liebevoll detaillierten Zeichnungen mehr als ein nüchternes Nachschlagewerk. Ein Museumsbesuch, der sich für die ganze Familie lohnt!
Das Museum der Tiere von Katie Scott und Jenny Broom, erschienen bei Prestel, 112 Seiten, gebunden, 24,99 Euro (ab 8)

 

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Sommer unter schwarzen Flügeln (empfohlen von Claudia)

Nuri ist aus Syrien geflohen und lebt in einem Asylantenheim. In unmittelbarer Nähe lebt Calvin mit seiner Mutter und zwei kleinen Brüdern in einem Sozialbau. Calvin ist Mitglied in einer Jugendgang mit rechtsradikaler Gesinnung. Durch einen Unfall kreuzen sich die Wege von Nuri und Calvin. Zunächst aber wehrt sich der 18jährige gegen Nuris zarte, verbale Annäherungsversuche, doch bald brennen sich ihre Worte über ihre Heimat, den Krieg und ihre Flucht wie Bilder in seinem Kopf ein. Calvin beginnt zu zweifeln. Er will aussteigen: Doch seine Kameraden verlässt man nicht so einfach…
Schmerzhaft ehrlich schreibt Peer Martin, der mehrere Jahre als Sozialpädagoge gearbeitet hat, über eine Beziehung, die an die Geschichte von Romeo und Julia erinnert: Ist es eine zum Scheitern verurteilte Liebe, weil beide Protagonisten unterschiedlicher nicht sein könnten? Packend erzählt der Autor diese facettenreiche Geschichte, angesiedelt irgendwo in Mecklenburg, wie sie bei der aktuellen Brisanz des Themas derzeit überall in Deutschland spielen könnte. Ein fesselndes Jugendbuch, das den Leser in zwei verschiedene Welten mitnimmt und berauscht zurück lässt. Erschüttert, aber auch gerührt, schließt man diesen Roman, der bis zur letzten Seite spannend bleibt.
Sommer unter schwarzen Flügeln von Peer Martin, erschienen bei Oetinger, 496 Seiten, gebunden, 19,99 Euro (ab 16)